{"id":1598,"date":"2025-03-19T12:27:55","date_gmt":"2025-03-19T11:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?page_id=1598"},"modified":"2025-04-22T10:53:13","modified_gmt":"2025-04-22T08:53:13","slug":"ngaoubela","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kamerunpartner.com\/home\/ngaoubela\/","title":{"rendered":"Ngaoubela"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-medium-font-size\">Im Schatten der Ungewissheit: Leben in Kamerun<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">&#8230;. die Strasse nach Ngaoubela \u2026\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\" style=\"font-size:17px\">&nbsp;\u2026 man soll da lieber dr\u00fcber fliegen als durchfahren, steht im Reisef\u00fchrer. Weil es da nicht viel mehr gebe als ein paar Nomaden und die Pisten holprig und schwierig zu befahren seien. Gemeint ist das Adamaoua-Plateau im Norden Kameruns. Niemandsland. Hier liegt Ngaoubela, ein kleines Dorf mit einer Moschee, einer Kirche, einem Markt, einer Bar, einem Fu\u00dfballplatz, einem winzigen Gesch\u00e4ft und einem gar nicht winzigen Spital.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\" style=\"font-size:17px\">In der Morgend\u00e4mmerung wirkt die Szene idyllisch. Nur ein paar Ziegen und Hunde strolchen d\u00f6sig zwischen den flachen, wellblechbedeckten H\u00e4uschen. Doch um halb sechs ist Schluss mit der Geruhsamkeit. Es ist die Stunde des&nbsp;islamischen Morgengebets. Die M\u00e4nner in ihren weiten Boubous versammeln sich mit ihren Teppichen, w\u00e4hrend die Frauen in den H\u00e4usern beten. Eine Stunde sp\u00e4ter herrscht reges Treiben. <\/p>\n\n\n\n<!DOCTYPE html>\n<html lang=\"de\">\n<head>\n    \n    \n    <title>YouTube Video Rechtsb\u00fcndig<\/title>\n    <style>\n        .custom-video-wrapper {\n            max-width: 700px;\n            float: right;\n            margin: 0 0 10px 10px;\n            position: relative; \/* Positionierung hinzuf\u00fcgen *\/\n            z-index: 10; \/* Video in den Vordergrund r\u00fccken *\/\n        }\n        \n        \/* Wichtig: Damit das Video richtig ins Layout integriert wird *\/\n        .custom-video-wrapper iframe {\n            display: block;\n            position: relative; \/* Positionierung f\u00fcr z-index *\/\n        }\n\n        \/* Stellt sicher, dass das Float-Layout funktioniert *\/\n        .content {\n            overflow: visible;\n        }\n    <\/style>\n<\/head>\n<body>\n\n<div class=\"content\">\n    <div class=\"custom-video-wrapper\">\n        <figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">\n            <div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n                <iframe loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"394\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/B0aJS4qsPGw\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe>\n            <\/div>\n        <\/figure>\n    <\/div>\n\n    <!-- Hier kann Inhalt eingef\u00fcgt werden, der das Video umflie\u00dfen soll -->\n    <p><\/p>\n<\/div>\n\n<\/body>\n<\/html>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\" style=\"font-size:17px\">Hund und Ziege sind verscheucht. Frauen beginnen zwischen den H\u00e4usern Feuer zu entfachen, stellen T\u00f6pfe mit Wasser auf und stillen ihre Kinder. Die ersten bieten auf dem Markt hinter den H\u00e4userzeilen bereits Makala (in Fett herausgebackenes Geb\u00e4ck) und Busseri (Fr\u00fchst\u00fccksgetr\u00e4nk aus hei\u00dfem Wasser, Mehl und Milch) feil. Afrikanisches Fr\u00fchst\u00fcck. Eine feingliedrige Frau mit grellbunten Plastikohrringen erscheint auf dem Markt. Sie tr\u00e4gt eine schwankende Kalebasse auf dem Kopf, gef\u00fcllt mit frischer Milch. Eine Mborroro, eine Nomadin. Sie hat bereits eine Stunde Fu\u00dfmarsch hinter sich. Zwei Kinder balgen im Sand. Ein ganz gew\u00f6hnlicher, afrikanischer Morgen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:17px\">Nicht ganz. Diese Leute hier verbindet Sorge und Ungewissheit. Der Brunnen in der Mitte ist kein gew\u00f6hnlicher Dorfbrunnen, sondern das Zentrum eines Spitals. Ein afrikanisches Landspital. Hier bekommen die Kranken f\u00fcr umgerechnet ca. 4 Euro einen Platz auf einem Bett. Eine Erstuntersuchung durch den Krankenpfleger kostet ca. 1,2 Euro, jede&nbsp;Tablette, jeder Laborbefund, jede Spritze mu\u00df von der Familie des Kranken eigens bezahlt werden. Krank sein ist teuer. Teuer? Die Betr\u00e4ge m\u00f6gen vielleicht l\u00e4cherlich erscheinen. Hier leben jedoch 90 Prozent der Leute von dem, was auf den Feldern w\u00e4chst, <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:17px\">oder sie ziehen mit ihren Rinderherden durch das Land. Verkaufen auf dem Markt Mais, Fische, Tomaten, Manjok, k\u00f6nnen sich daf\u00fcr Salz kaufen oder ganz feierlich einmal Colan\u00fcsse oder ein Paar Plastikschlapfen. Bezahlte Arbeitspl\u00e4tze sind die Ausnahme. Hier wird in Centbetr\u00e4gen gerechnet. Ein Krankenhausbett ist h\u00e4ufig nur erschwinglich, wenn die ganze Sippe zusammenlegt. Und manchmal nicht einmal dann.Die Versorgung und Pflege der Kranken \u00fcbernimmt die Familie. Das f\u00e4ngt beim sauberen Bettlaken an und reicht bis zur Ern\u00e4hrung der Kranken \u00fcber eine Magensonde. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"3008\" height=\"2000\" src=\"https:\/\/www.kamerunpartner.com\/home\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Bild-0030.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1600\" style=\"width:600px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:17px\">Die pflegenden Familienmitglieder \u00fcbernachten samt Kocht\u00f6pfen und Hausrat um und unter dem Bett. Bei Tag spielt sich das Leben ohnehin drau\u00dfen ab. Schwestern, Pfleger und \u00c4rzte k\u00fcmmern sich ausschlie\u00dflich um medizinische Belange. Sie untersuchen, verordnen und verabreichen Medikamente, operieren. Den Schwestern kommen hier Aufgaben zu, die in Europa \u00c4rzte erf\u00fcllen. Die \u00c4rzte sehen \u00fcberall nach dem Rechten, und k\u00fcmmern sich um die &#8222;schwierigen&#8220; Patienten. \u00c4rzte sind rar. Es gibt nur zwei im Hundertf\u00fcnfzig-Betten-Spital. Krank sein in Afrika, auf dem Land, bedeutet Ungewissheit. Die Ungewissheit, \u00fcberhaupt ein Spital zu erreichen. Spit\u00e4ler sind d\u00fcnn ges\u00e4t. H\u00e4ufig sind mehrere Tage Anreise&nbsp;n\u00f6tig, zu Fu\u00df, mit dem Fahrrad, Motorrad oder Buschtaxi. Die Ungewissheit, dort die n\u00f6tigen Mittel vorzufinden. R\u00f6ntgen, Labor, einfache Dinge, die eine Diagnose erm\u00f6glichen. Ist etwas defekt, kann es lange dauern, bis Ersatzteile vorhanden sind. Die Ungewissheit, ob genug Personal vorhanden ist, und schlie\u00dflich die Frage, ob es auch Medikamente gibt. Allem voran steht die Familie aber vor dem Problem, ob die Krankheit \u00fcberhaupt in einem Spital behandelt werden kann, oder ob der Heiler daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist. In Afrika werden viele Krankheiten auf Magie zur\u00fcckgef\u00fchrt. Dagegen richten Spit\u00e4ler bekanntlich wenig aus. Vor allem nicht, wenn dort wei\u00dfe \u00c4rzte ihr Unwesen treiben.Es ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, einen Arzt aufzusuchen, wenn man krank ist. Es ist eine grunds\u00e4tzliche Entscheidung, die mit vielen M\u00fchen und Kosten verbunden ist. Haben die Leute aber einmal Vertrauen zu einem Spital gefasst, kommen sie. Und sie kommen von weit her. Das Spital w\u00e4chst und w\u00e4chst. So auch das Krankenhaus von Ngaoubela. Manchmal m\u00fcssen aus Bettenmangel zwei Kinder in ein Bett gelegt werden. S\u00e4mtliche Nebenr\u00e4ume werden mit Patienten belegt. Wer mobil genug ist, mu\u00df sich ein Zimmer im Dorf nehmen und wird t\u00e4glich zu Kontrollen bestellt. Beinahe ein Jahrzehnt war hier Frau Dr. Elisabeth Neier aus Vorarlberg die einzige \u00c4rztin. Seit einigen Jahren hat sie kamerunischen Kollegen zur Seite. Aber die Aufgaben sind auch so kaum zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-regular has-medium-font-size\" style=\"padding-top:0;padding-bottom:0\"><table class=\"has-ast-global-color-7-background-color has-background has-fixed-layout\" style=\"border-style:none;border-width:0px\"><tbody><tr><td class=\"has-text-align-center\" data-align=\"center\"><strong>Entwicklungspartnerschaft f\u00fcr Kamerun<\/strong><br><strong>Spendenkonto: Vorarlberger Hypothekenbank   &#8211;   IBAN: AT33 5800 0123 5853 5117&nbsp; BIC: HYPVAT2B<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Schatten der Ungewissheit: Leben in Kamerun &#8230;. die Strasse nach Ngaoubela \u2026\u00a0 &nbsp;\u2026 man soll da lieber dr\u00fcber fliegen als durchfahren, steht im Reisef\u00fchrer. Weil es da nicht viel mehr gebe als ein paar Nomaden und die Pisten holprig und schwierig zu befahren seien. 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